Amazon Alexa, Google Assistant oder Siri?

Sprachassistent & Smart Speaker

Letztes Update am 05. Mai 2021

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Seit dem 29.04.2021 ist Amazon Alexa offiziell in der Schweiz vorhanden. Das bedeutet konkret: Die Alexa App zur Verbindung der Smart Speaker und Smart Home Geräte mit dem Amazon-Konto kann man einfach auf sein Smartphone installieren. Zwar gibt es noch keine amazon.ch Domain, wo man die intelligenten Lautsprecher bestellen kann. Dies geht weiterhin nur über amazon.de oder amazon.fr und amazon.it sowie Drittanbieter wie Digitec, Brack.ch oder Microspot.

Bisher war Alexa also nicht so einfach installierbar, was eine grosse Hürde bei der Adaption in der Schweiz darstellte. Obschon Alexa in den USA und EU noch am weitesten verbreitet ist, gibt es zwei weitere zentrale Anbieter in der Schweiz: Siri und Google Assistant. Welche Plattform sich für welche Kundenbedürfnisse eignet und was mit welcher Technologie möglich ist, wollen wir euch in diesem Blog kurz aufzeigen.

Auf welchen Sprachassistenten sollte ein Unternehmen setzen?

Hier haben wir für euch einen Überblick mit verschiedenen Kriterien zusammengestellt. Nachfolgend gehen wir auf die einzelnen Punkte ein.

Überblick zu Alexa, Google Assistant und Siri

Es gibt einige Unterschiede zwischen den Sprachassistenten Alexa, Google und Siri, die wichtig sind, wenn es darum geht, einen eigenen Sprachassistenten für das Unternehmen und seine Endkunden zu entwickeln. Die Wahl zwischen Siri, Alexa oder Google hängt von einigen Faktoren ab, welche wir euch hier aufzeigen möchten.

Wo laufen Alexa, Google Assistant und Siri überall?

Alle drei Sprachassistenten kann man auf Smart Speakern, Smartphones, Kopfhörern, in Autos und auf anderen Geräten nutzen. Es gibt aber einige Unterschiede: Während Google auf Android vorinstalliert ist, muss Alexa über die App sowohl bei Android als auch iOS installiert werden, bevor man loslegen kann. Apple’s Siri findet man ausschliesslich auf Apple Geräten, wie iPhones, iPads, Apple Watch, HomePod-Lautsprecher und dem Apple TV. Auch in Fahrzeugen sind Smart Speaker verbreitet, bei Alexa heisst dieser Echo Auto und ist z.B. bei Digitec verfügbar. Bei Google kann der Fahrer über Android Auto für Smartphones mit dem Google Assistant die aktuelle Staulage abrufen, Maps, Apps, Kalender und Infotainment öffnen. Es gibt auch Autos, welche Android Auto direkt integriert haben (Liste). Apple bietet CarPlay, welches in Siri kompatible Autos integriert ist.

In unserem Bericht Welche Smartspeaker gibt es in der Schweiz zeigen wir ausführlich auf, welche Geräte für die Assistenten zur Verfügung stehen.

Gibt es Voraussetzungen für Alexa, Google Assistant oder Siri?

Während für Siri eine bestehende App die Voraussetzung ist, um einen kundenspezifischen Assistenten auf Basis zu bauen, sind Unternehmen bei Alexa und Google nicht an eine App gebunden. Beim SiriKit von Apple können Entwickler sogenannte “Intent App Extension” umsetzen, welche die Firmenservices in Siri integrieren. Welcher Sprachassistent spricht am natürlichsten? Für den Benutzer sind bei Siri Kommandos möglich wie z.B. “Hey Siri, füge 1 Liter Milch zu meiner Einkaufsliste hinzu!”. Siri unterscheidet sich hier wesentlich von den zwei anderen Anbietern, was die User Experience und die Gesprächsführung anbelangt. Wenn ein Unternehmen eine App besitzt und Kommandos ausreichen, so eignet sich Siri. Sind jedoch längere natürlich Gespräche gefragt, so sind die Plattformen Alexa und Google die richtige Wahl. Hinzu kommt, dass Siri nur auf iOS Geräten läuft, während Alexa und Google sowohl Android als auch iOS unterstützen.

Sowohl bei Alexa als auch Google lassen sich Stimmen auswählen. Alexa (“Alexa, öffne …”) setzt stark auf ihre Persona und Persönlichkeit und ist dadurch weltweit als Brand sehr bekannt, während Google mit dem Wake-Word “Hey Google” nicht eine Persona in den Vordergrund setzt, sondern Google. Die Endnutzer haben jedoch auch viel Konfigurationsmöglichkeiten und können z.B. ihre “Alexa” umbenennen und bei Google die Stimme männlich oder weiblich einstellen.

Gibt es die Möglichkeit über Voice neue Kunden zu gewinnen?

Das Verknüpfen seines Sprachassistenten (Alexa Skill oder Google Action) mit einem existierenden Firmenlogin nennt sich “Account Linking” und ist sowohl bei Google als auch Alexa möglich. Das heisst, der Benutzer kann zu Beginn oder auch während der Konversation Alexa oder Google Assistant die Freigabe erteilen, sich mit dem Firmenlogin zu verknüpfen. Aus UX-Sicht sollte das Account Linking nur zu Beginn stattfinden, wenn die Applikation sonst keinen Sinn machen würde. Zum Beispiel, wenn nur mit einer Kontoverknüpfung Daten des Nutzers abgerufen und dieser erst dann individuell beraten werden kann. Kann der Benutzer jedoch bereits viele Fragen stellen und Features des Voicebots nutzen, ist ein Account Linking zu Beginn der Konversation eher eine Hürde.

Ein grosser Vorteil der Verknüpfung: Unternehmen kennen den entsprechenden Voice-Benutzer und können dessen Verhalten besser analysieren und dementsprechend den Sprachassistenten verbessern. Es ist auch möglich, neue firmeneigene Nutzerkonten über Voice zu eröffnen, z.B. wenn ein Benutzer noch kein Konto bei einer bestimmten Firma hat. So lassen sich über Voice neue potenzielle Kunden gewinnen.

Kann ich über Voice meine Produkte in der Schweiz vertreiben?

Bei der Bezahlfunktion sieht es etwas anders aus: Beim Google Assistant sind Zahlungen seit Januar 2021 für die Schweiz möglich. Hier unterscheidet Google zwischen verschiedenen Transaktionstypen, je nachdem ob es sich um physische (z.B. Reservationen, Produkteinkäufe) oder digitale Güter (z.B. In-App Einkäufe, Abos, beispielsweise in Verbindung mit Apps oder Games) handelt. Digitale Käufe sind in der Schweiz noch nicht verfügbar. Mehr zu Google Transaktionen findest du in unserem Blog.

Bei Alexa wird zwischen In-Skill Purchasing (ISP) und Amazon Pay für Alexa Skills unterschieden. In-Skill Payments sind ideal für den Verkauf von Premium-Content oder Abos - ähnlich wie bei den digitalen Gütern bei Google. Amazon Pay ist für physische Güter (z.B. Kleider, Event-Tickets, Zugtickets, Essen etc.) gedacht, wobei sich das Unternehmen als Amazon Pay-Händler registrieren und dann den Skill mit dem Amazon Pay-Konto verknüpfen muss. Beide Formen sind in der Schweiz noch nicht verfügbar. Bei Siri gibt es mehrere Varianten (Rechnung bezahlen, Zahlung anfordern, Zahlung senden, Geldtransfer), welche über Befehle ausgelöst werden können. Auch diese scheinen aktuell auf die USA eingeschränkt zu sein. Es besteht die Möglichkeit dieses Problem zu lösen, indem Items über Siri-Befehle einer Liste hinzugefügt werden und dass dann der Nutzer zur App wechselt und dort die Bezahlung finalisiert. Ein End-to-End Voice Kauferlebnis ist somit momentan nur mit dem Google Assistant möglich.

Wie flexibel kann ich den Sprachassistenten gestalten?

Steht im Vordergrund ein Assistent, welcher nicht nur über Voice-Only Geräte spricht, sondern auch visuell sehr flexibel gestaltbar sein soll, so eignen sich Google und Alexa sehr gut. Während bei Google die Templates vorgegeben sind (z.B. Karusselle, Chips, Listen), so können diese bei Alexa stärker individualisiert werden.

Wie gut ist das Sprachverständnis zwischen den Sprachassistenten?

Das Natural Language Understanding, also das Verständnis und die Möglichkeiten sind bei Siri teilweise eingeschränkt aufgrund des Konzepts von Kommandos. Die Speech Recognition ist sehr gut bei allen Anbietern und kann in dem Sinne nicht durch den Entwicklungspartner beeinflusst werden. Einzig das Verständnis, und damit das Training des Assistenten kann sehr wohl verbessert werden.

Fazit

Zunächst sollte sich das Unternehmen Gedanken machen, was es wirklich anbieten möchte und was die Voice-Strategie ist, bevor die Wahl der Plattform getroffen wird.

  • Wieso Voice?
  • Welcher Anwendungsfall oder -fälle stehen im Zentrum (z.B. Ausflüge entdecken? Wetter abfragen? Bestellung ausführen?)
  • Wohin soll die Voice in Zukunft gehen?

Die Wahl der Plattform hängt nebst strategischen Überlegungen, technischen Gegebenheiten, auch von den Budgetmöglichkeiten ab. Bestenfalls ist das Unternehmen auf allen Voice-Channels vertreten. Sicherlich lassen sich hier bei Google und Alexa Teile der Bot-Logik, des Wordings und Trainings wiederverwenden. Siri hingegen ist definitiv ganz anders konzipiert und legt den Fokus nicht so stark auf natürliche Gespräche.

Unternehmerisches sowie technisches Knowhow ist für die Auswahl der Plattform zentral, weshalb es sich lohnt hier Voice-Experten wie Paixon an Board zu holen. Gerne beraten wir dich und unterstützen bei der Realisierung von A bis Z. Kontaktiere uns und lasse dich von unseren Voice-Experten beraten.


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Nina Habicht


Visionen in die Tat umsetzen, Menschen begeistern und gemeinsam etwas vorantreiben ist etwas, was Nina grosse Freude bereitet. Nina ist ein absoluter Tech-Enthusiast und Partner bei Paixon. Sie leitet bei Paixon Projekte und ist in diesen u.a. auch zuständig für das Conversational & Voice Design. Daher liegt es nahe, dass sie auch unsere Voice Assistant Expertin ist.


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